Die Beleuchtung in Innenräumen sollte einerseits eine Wohlfühlatmosphäre fördern, andererseits aber auch eine augenfreundliche Lichtsituation gewährleisten. In diesem Beitrag beleuchten wir alles Wissenswerte rund um die Lichtplanung und die Abstimmung des Lichtmixes.
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Infografik: Lichtplanung Wohn- und Arbeitszimmer Anleitung (PNG|PDF)
Infografik: Ideale Home Office Beleuchtung – Planung & Konzept (PNG|PDF)
Lichtmix zusammenstellen
Im gesamten Raum ist ein Mix aus Lichtquellen empfehlenswert. Werden Tisch- und Stehleuchten kombiniert, wirkt der Raum durch variierende Höhen interessanter. Lichtpunkte an verschiedenen Stellen akzentuieren Raumstrukturen bzw. schaffen visuell Räume. Das folgende Beispiel verdeutlicht den Einsatz von Lichtebenen und das Spiel mit Höhen und variierenden Leuchten.

In diesem Beispiel einer optimalen Raumbeleuchtung (kombiniertes Wohn- und Esszimmer) besteht der Lichtmix aus vier Lichtquellen:
- Downlights sind für die Allgemeinbeleuchtung in die Decke eingelassen.
- Wandstrahler betonen die Architektur des Raumes. Sie öffnen den Raum nach oben, lassen die Decke höher erscheinen.
- Der Esstisch wird in diesem Fall nicht über eine abgehängte Deckenleuchte ausgeleuchtet, sondern mittels einer Bogenleuchte.
- Eine weitere Stehleuchte ist in der Ecke platziert, wo sich durch die beidseitigen Reflektionsflächen die Lichtausbeute und Wirkung verstärkt. Der naturweiße Schirm zahlt auf die Wohlfühlatmosphäre ein und passt farblich zu den weißen Textilien des Raumfarbkonzepts.
Lichtzonen abgrenzen (Beleuchtungsplan)
Für eine systematische Herangehensweise ist es sinnvoll, einen Beleuchtungsplan zu erstellen. Dieser teilt den Raum in Bereiche (Lichtzonen) ein. Sich allein auf die Raummitte zu konzentrieren, greift zu kurz. Jeder Bereich hat spezifische Anforderungen. So gehst du vor, um die Raumbeleuchtung zu planen:
- Betrachte den Raum aus der Vogelperspektive.
- Unterteile den Raum in Zonen der Nutzung; wie z. B. (1) Arbeitsbereich, (2) Lounge / TV-Bereich, (3) Essbereich.
- Zeichne die Anordnung der Lichtpunkte für die Bereiche ein. Berücksichtige dabei Platzierungsmöglichkeiten wie Wände und die Lage von Fenstern.
Die folgende Grafik zeigt eine beispielhafte Verteilung von Leuchten bei verschiedenartiger Raumnutzung. In diesem Beispiel für die Lichtverteilung gibt es einen Home Office Arbeitsplatz, eine Lounge sowie einen Essbereich.

Leuchten auswählen und positionieren
Der nächste Schritt ist die Auswahl der Leuchten. Wie erwähnt, stellt jeder Raumbereich (Leseplatz, Lounge, Esstisch, Schlafbereich usw.) eigene Anforderungen an die Beleuchtung.

- Im Loungebereich sorgt warmes Streulicht für gemütliche Stunden.
- Der Leseplatz oder Hobbybereich kommt nicht ohne ein helles direktes Zonenlicht aus.
- Der Esstisch möchte vollflächig mit Licht versorgt sein. Dieses sollte einerseits Gemütlichkeit schaffen, andererseits auch eine lesefreundliche Helligkeit bieten. Möglich ist dies mit einem dimmbaren Licht, welches idealerweise auch noch einen Wechsel der Farbtemperatur erlaubt.
Platzierungsangebote: Die konkreten Positionen der Leuchten richten sich nach den vorhandenen Angeboten: Zum einen dem vorhandenen Mobiliar und dortigen Abstellflächen für Tisch- und Bodenleuchten; zum anderen nach den Anbringungsmöglichkeiten für Wand- und Deckenleuchten. Generell ist die Positionierung in Wandnähe (oder an der Wand selbst) ratsam. Reflektionen erhellen den Raum sanft. Obendrein werden so Flächen betont.
Aufwand: Bei Montagen stellt sich die Frage, ob du den Aufwand auf dich nehmen möchtest oder auf freistehende Leuchten zurückgreifst. Eine Deckenleuchte zu verlagern geht mit ein wenig Erfahrung oder Youtube-Anleitungen leicht von der Hand.
Arten von Lichtquellen
Um gute Lichtverhältnisse in Räumen herzustellen, sind grundsätzlich zwei Arten von Lichtquellen erforderlich. Diese Lichtquellen lassen sich wiederum mit unterschiedlichen Leuchtentypen umsetzen.
- Flächenlicht: Geeignete Deckenleuchten (ggf. auch Stehleuchten und Wandleuchten) gewährleisten die Grundbeleuchtung im ganzen Raum. Dazu wird das Licht breit gestreut. Ungeeignet sind Leuchten, die konzentriertes, hartes Licht abgeben (z. B. Spots).
- Aufgabenlicht: Für die besonders helle Ausleuchtung von Leseplätzen sorgt eine Leuchte mit engem Lichtkegel und direkter Lichtabgabe (Zonenlicht / Arbeitslicht). Diese Funktion übernehmen Stehleuchten, Tischleuchten oder an Bildschirm-Arbeitsplätzen Monitor-Aufsteckleuchten („Screenbars“).

Optionale Elemente
Weitere Elemente im Lichtmix ergänzen die Grundbeleuchtung und fungieren als Gestaltungsmittel für die Raumwirkung.
- Akzentlicht (Atmosphäre): Ein Akzentlicht (Punktbeleuchtung) illuminiert gezielt Objekte und Flächen. Zum einen lassen sich mit dem gerichteten Licht eines Spots Deko-Objekte hervorheben – etwa ein Wandbild. Zum anderen können sie die Architektur unterstreichen und bestimmte Flächen in der Gesamträumlichkeit absetzen (Wandgrenzen, Wandnischen usw.). Das von Flächen reflektierte Licht trägt zusätzlich zur Allgemeinbeleuchtung bei. Es erleichtert auch die Orientierung im Raum. Lichtleisten mit Leuchtdioden haben einen ähnlichen Effekt. Sie folgen den Konturen von Möbelstücken oder Dielen. Die dadurch erzeugte Tiefenwirkung betont Formen.
- Stimmungslicht (Atmosphäre): Stimmungslichter verteilen das Licht breiter als Spots. Ihre Umhüllungen brechen das Licht. Hierzu zählen Tischleuchten mit anmutiger Formsprache (Designleuchten) oder Leuchten mit aufwendigen Verglasungen und textilen Schirmmaterialien. Bei der Aufstellung im Arbeitsbereich ist Vorsicht geboten: Ungünstig sind hier deutlich von der Hauptlichtquelle abweichende Farbtemperaturen (stark rötliches, bläuliches Licht). Manche Verglasungen verfälschen die Farbwirkung bzw. machen die Wirkung eines Leuchtmittels mit natürlicher Farbwiedergabe zunichte. Kugelleuchten und Schirmleuchten bieten keine seitliche Gehäuse-Abschirmung und können grelle Punkte verursachen. Alle Leuchten, die das Sehen am Bildschirm beeinträchtigen, sollten abseits des ständigen Blickfeldes positioniert werden. Bei grellen Leuchten kann ein schwächeres Leuchtmittel Abhilfe schaffen.
- Freistehende Leseleuchte (Aufgabenlicht): Wer einen Leseplatz mit Couch oder Sessel einrichtet, benötigt als weiteres Aufgabenlicht eine freistehende Leseleuchte. Weitere Optionen für den Lesebereich sind (bei vorhandener Stellfläche) Tischleuchten oder Wandleuchten. Modelle mit beweglichen Leuchtenkopf lassen sich dabei gezielter auf ein Buch o. Ä. ausrichten.
Spezialfall Arbeitsbereiche
In vielen Wohnräumen gibt es Arbeitsbereiche zum Lesen und für die Arbeit am Computer. Hierzu einige Tipps für die optimale Lichtversorgung im Bereich des Bildschirmarbeitsplatzes.
- Beidseitig: Eine besonders gleichmäßige Ausleuchtung des Arbeitsbereichs wird dann erzielt, wenn statt einer Leuchte zwei Leuchten rechts und links neben dem Schreibtisch (ggf. auch überlagernd zur Tischfläche) platziert werden. Die Leuchten sollten möglichst im gleichen Abstand zur Tischmitte positioniert sein.
- Überlagernd: Die Distanzen von Leuchte zu Leuchte sind so gewählt, dass keine deutlichen Schattenbereiche zwischen den Lichtkegeln auftreten.
- Fensterachse: Die Ausrichtung der Leuchten auf der mittigen Achse zum Fenster ist der Idealfall. Sie fördert eine gleichmäßige Ausleuchtung bei Mischlicht-Situationen aus Tages- und Kunstlicht.

Breites Spielfeld: Das „A und O“ einer guten Schreibtischbeleuchtung ist helles aber weiches Licht. Ein Arbeitszimmer-Lichtkonzept bietet dabei Spielraum für viele Lösungen. So muss das Flächenlicht nicht zwingend mittels Deckenleuchten realisiert werden. Freistehende Leuchten oder auch Klemmleuchten kommen ebenfalls in Frage, gerade wenn sie indirektes (=umgelenktes) Licht abgeben. Selbst eine Einzelleuchte, wie z. B. ein leistungsstarker Deckenfluter, kann bereits eine gute Lichtsituation schaffen. Mögliche Lösungen präsentieren wir im Spezialratgeber optimale Schreibtischbeleuchtung.
Helligkeitsverteilung
- Positioniere die zentralen Lichtquellen so, dass im Arbeitsbereich eine helle und weiche Lichtsituation entsteht. Die Zielhelligkeit (empfohlen 500-700 Lux) liegt zwischen der Beleuchtung eines Wohnzimmers (ca. 300 Lux) und eines TV-Studios (1.000 Lux).
- Abseits des Schreibtisches dürfen im privaten Bereich die Helligkeiten variieren. Hier lassen sich mit einem bewussten Licht-Schatten-Spiel visuell „Räume im Raum“ schaffen. Für betriebliche Büros gelten für das Umgebungslicht Richtlinien. Hier dürfen ggf. nur moderate Helligkeitsunterschiede zwischen Arbeitsfläche (500 Lux) und Randflächen (300 Lux) vorkommen.

Fazit
Dieser Leitfaden enthält Tipps zur richtigen Lichtverteilung bzw. Kombination von Leuchten in Innenräumen. In Räumen mit Home-Office-Arbeitsplätzen liegt auf dem Arbeitsbereich besonderes Augenmerk. Denn nur ein gut ausgeleuchteter Schreibtisch entlastet die Augen bei der Bildschirmarbeit.
Bedenke, dass die vorherige Einteilung des Raumes für eine optimale Raumbeleuchtung förderlich ist. Wir hoffen, du kannst unseren Lichtverteilungsplan nutzen, um die richtige Anordnung der Leuchten im Raum zu planen.
Dieser Beitrag aus der Serie Arbeitszimmer-Lichtkonzepte hat die richtige Lichtverteilung in Innenräumen (speziell Büros) erörtert. Weitere Tipps zum Thema Lichtplanung findest du in den übrigen Artikeln der Serie (Optimale Schreibtisch-Ausleuchtung, Richtige Ausrichtung von Büroleuchten u.a.).





